Im Gespräch mit Michael Köhlmeier

von Tanja Bleier, Florian Grobbel und Jana Lickteig (11. Juli 2019)

© Heike Bogenberger


Im Rahmen der 32. Poetikprofessur ist der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier zu Gast an der Universität Bamberg und hält eine vierteilige Vortragsreihe. Vor dem Begleitseminar zur Professur hat sich das Rezensöhnchen mit dem Autor getroffen und ihm einige Fragen zu seinem Werk gestellt.

Rezensöhnchen: Herr Köhlmeier, die Poetikprofessur ist jedes Jahr ein Highlight an der Universität Bamberg - was ist Ihr persönliches Anliegen dabei?

Michael Köhlmeier: Zunächst bin ich da etwas egoistisch, denn ich nutze die Gelegenheit, um etwas zu tun, was ich sonst eigentlich nicht mache – ich reflektiere auf einer Metaebene über meine eigene Arbeit. Ich habe mit der Poetikprofessur also vier Vorlesungen Zeit, um darüber zu sprechen, was für mein ganzes Schreiben von Anfang an bis heute wichtig war und ist. Naheliegend ist es, über mein aktuelles Schreibprojekt zu sprechen. Allerdings fehlt mir dafür der Abstand und ich habe Angst, dass das, was ich schreiben wollte, einfach weg ist, wenn ich zu viel darüber nachdenke. Das möchte ich lieber verhindern und spreche also rückblickend über vier mir wichtige Themen. Was dann die Hörer daraus ziehen, liegt an ihnen selbst. Vielleicht gibt es ja Menschen, die etwas aus meinen Erfahrungen lernen möchten. Das würde mich freuen.

Interview mit Kiara und Chris Pennart von der Schmökerbox  

von Kimberley Wegner (8. Juli 2019)

© Kimberley Wegner

Ihr liebt Bücher, Merches, Überraschungen und wisst bei all den Neuerscheinungen nicht, welches Buch ihr kaufen sollt? Dann haben wir einen Tipp für euch – die Schmökerbox. Wer und was sich dahinter versteckt, könnt ihr im nachfolgenden Interview mit den beiden Gründern Kiara und Chris erfahren.

Könnt ihr kurz erklären, was die Schmökerbox ist?
Die Schmökerbox ist eine deutsche, monatliche Buchbox, in der ihr jeweils ein Hardcover aus den aktuellen Programmen, drei bis acht dazu passende Geschenke und ein geheimes Goodie findet, das ihr erst auf einer bestimmten Seite öffnen dürft und das direkt im Text vorkommt. Enthalten sind belletristische Titel und ab und an mal ein Krimi oder Thriller.

Wie seid ihr auf die Idee zur Schmökerbox gekommen?    
Ehrlich gesagt haben wir irgendwann begonnen uns zu fragen, wieso es so viele Beauty- und Essensboxen gibt und keine Boxen für Leseratten. Danach haben wir angefangen zu recherchieren und sind auf einige wenige deutsche Buchboxen gestoßen, die aber fast alle eher im Bereich Jugendbuch/Romantasy zu Hause sind. Zu diesem Zeitpunkt ist die Idee zur Schmökerbox entstanden, die für erwachsene Leser sein soll, die sich gerne überraschen lassen, belletristische Literatur lieben und tiefer in das Buch eintauchen möchten. 

Wie groß ist euer Team? 
Momentan besteht unser Team noch aus uns beiden und wir sind beide auch noch in unseren Hauptjobs tätig. Chris ist im Qualitätswesen und Kiara im Online Marketing in einer Agentur. Genau genommen haben wir also zwei halbe Mitarbeiter.  

Rezensöhnchens erste LoveLetterConvention
Von Friederike Brückmann (24. Juni 2019)

 


Am 01. und 02. Juni fand die 8. LoveLetterConvetion in Berlin statt. Dem Rezensöhnen wurde die Chance geboten die Veranstaltung erstmals zu besuchen und da konnten wir natürlich nicht Nein sagen. Am Samstagmorgen machte ich, Redaktionsmitglied Friederike, mich also auf den Weg ins weite Berlin, um dieser Convention mal auf den Zahn zu fühlen. Als eine Veranstaltung der romantischen Literatur von Fans für Fans, wird die LLC jährlich seit 2012 abgehalten und die Besucherzahlen und Begeisterung  wachsen stetig.

Die LoveLetterConvention ist eine Mischung aus Meet & Greets, Lesungen, Diskussionsrunden und den heiß begehrten Signierstunden. Zwei Tage lange treffen sich Autor*innen, Verlagsmitarbeiter*innen und Leser*innen, um gemeinsam über Bücher zu fachsimpeln, Trends zu besprechen und den Aufbau eines guten Liebesromans zu untersuchen. Von 9 Uhr bis 18 Uhr wird fleißig diskutiert, geschwärmt und signiert und am liebsten hätte man einen Zeitumkehrer parat, um all die tollen parallel stattfindenden Veranstaltungen besuchen zu können. Vom normalen Liebesroman gibt es auch die Trends zu Dark Romance und New Adult, die verschiedene Altersgruppen und Themen abdecken und die Leser des Liebesromangenres vielseitig ansprechen. Neben den Wunschvorstellungen der großen Liebe, werden nun auch Themen wie Vielfalt, Repräsentation marginalisierter Gruppen und Klischees diskutiert und haben bei mehr als nur einer*m Besucher*in Denkanstöße geliefert. Spiegelbestsellerautorin Laura Kneidl hat beispielsweise eine Podiumsdiskussion mit Autorinnen verschiedener Zielgruppen geleitet; zusammen mit der amerikanischen Autorin T.M. Frazier wurden toxische Beziehungen auseinander genommen und eine weitere Veranstaltung diskutierte das Klischee der Jungfrau in Nöten.

Shakespeares Erbe

von Michelle Mück (30. April 2019)

© ETA Hoffmann Theater

Das Festspiel Lyrik & Lied, das vom 26. – 28. April von der Friedrich-Baur-Stiftung in Kooperation mit der Bayrischen Akademie der Schönen Künste organisiert wurde, fand am Sonntag, den 28. April mit Shakespeare in Wort und Ton einen krönenden Abschluss im Bamberger ETA Hoffmann Theater.  

Wahre Stars kamen dafür ins E.T.A-Hoffmann Theater: Anne Sofie von Otter bezauberte das Publikum mit ihrem Gesang, dazu gab es Pianobegleitung von Bengt Forsberg, einem der renommiertesten Pianisten Schwedens, und Tobias Moretti nahm die Rolle des Sprechers ein.

„Glück Auf“, Fahrräder und ein Bild von Hitler

von Friederike Klett (14. April 2019)

© Wolfgang Vichtl

Im Bamberger ETA Hoffmann Theater fand am Samstag, dem 06. April, ein besonderes Gespräch statt. Die Gerichtskorrespondentin der Süddeutschen Zeitung, Annette Ramelsberger, sprach mit Remsi Al Khalisi nicht nur über den NSU-Prozess, rund um die von der Terrorzelle verübten Morde, die zwischen 1998 und 2011 stattgefunden haben, sondern speziell über den ungewöhnlichen Fakt, dass die Journalistin den fünfjährigen Prozess komplett protokolliert hat. 

Zu Beginn des historischen Gerichtsverfahrens wurde ein Antrag auf Aufzeichnung wegen seiner extremen gesellschaftlichen und juristischen Bedeutung gestellt, der bereits am 4. Tag abgelehnt wurde. Annette Ramelsberger schrieb über das Verfahren für das Süddeutsche Zeitung Magazin und nahm es als ihre Pflicht alles mitzuschreiben. Diese Protokolle sind jährlich, neben den Artikeln in der SZ im SZ Magazin erschienen, immer über das gerade vergangene Jahr, und jetzt auch in vier Bänden im Kunstmann Verlag.