Das Rezensöhnchen auf der 70. Frankfurter Buchmesse

von Kimberley Wegner (2. November 2018)


Die 70. Frankfurter Buchmesse, das große Fest des Buches und des Lesens, ein Ort für Inhalte, brandaktuelle Themen, Geschichten, Ideen und Debatten ist nach 5 Tagen zu Ende gegangen. Auch das Rezensöhnchen war dabei und stürzte sich in die Massen, auf der Suche nach den besten Büchern und Events.

Dabei steht eins fest: über jeden Besuch könnte man einen Roman schreiben, denn die Konzentration an Autoren, Büchern, kulinarischen Highlights und Veranstaltungen ist einzigartig und atemraubend. Neben allen namenhaften und weniger bekannten Verlagen, war auch jede Menge Prominenz, wie der Koch Mario Kotaska oder der Politiker Robert Habeck und natürlich bekannte AutorInnen anwesend, die aus ihren Büchern vorlasen. Highlights waren dabei Cecelia Ahern, Julia Shaw, Nino Haratischwili und besonders die Preisträgerin des Deutschen Buchpreises Inger-Maria Mahlke, die von ihren Erfahrungen der ersten Tage nach der Verleihung im nagelneuen Pavillon sprach und anschließend aus ihrem Buch „Archipel“ gelesen hat. Neben all diesen Muggeln waren auch jede Menge Hogwartsbewohner auf der Messe anwesend, denn aufgrund des zwanzigjährigen Jubiläums von Harry Potter startete der Carlsen Verlag einen Weltrekordversuch: 1.000 Personen im Harry Potter-Kostüm sollten auf der FBM versammelt werden. Leider fehlten knapp 100 Harrys zum Weltrekord, doch wie sagte schon Remus Lupin: „Es ist der Wert der Überzeugungen, der den Erfolg ausmacht. Nicht die Anzahl der Anhänger.“  

So gehen wir mit vielen tollen Eindrücken, Erlebnissen, den einen oder anderen neuen Jutebeutel und selbstverständlich mit vielen Bücherwünschen für unsere nächste Ausgabe glücklich nach Hause und freuen uns auf die nächste Frankfurter Buchmesse!

Im Gespräch mit Markus Orths

Das Interview führten Svenja Zeitler, Verena Heber, Franziska Schleicher und Theresa Ehrl.

 

© Olaf Kutzmutz 

 

Die Bamberger Poetikprofessur geht in die 31. Runde: Im Sommersemester 2018 gibt sich der vielfach preisgekrönte Schriftsteller Markus Orths die Ehre im Rahmen der Professur vier abendliche Vorträge zu halten. Orths Werke lassen sich auf keinen Fall einfach unter einem Begriff zusammenfassen, so weit ist das Schaffensspektrum des Autors von Romanen wie Lehrerzimmer, Alpha und Omega und Max, der gerne die Grenzen zwischen Realität und Fiktion ebenso wie zwischen Wahnsinn und Normalität verschwimmen lässt. Auch mit seinen Kinderbüchern wie Das Zebra unterm Bett oder Billy Backe aus Walle-wacke bricht er mit viel Witz und Fantasie aus dem Alltäglichen aus. Im Vorfeld der diesjährigen Vortragsreihe haben wir uns mit Markus Orths getroffen und sind schon mal einige unserer Fragen losgeworden.

Spielzeitwende

von Günter Strickle (09. Mai 2018)

 

© ETA Hoffmann Theater

 

Am 4. Mai 2018 gab das ETA Hoffmann Theater eine Pressekonferenz zur Vorstellung der Spielzeit 2018/2019. Zweiter Bürgermeister Dr. Lange begrüßte die Gäste und würdigte die Leistungen des ETA Hoffmannn Theaters in jüngerer Vergangenheit. Er teilte auch mit, dass kurz zuvor der Vertrag mit der Intendantin Sibylle Broll-Pape verlängert wurde und übergab ihr das Wort.

Broll-Pape lobte Bamberg als tolle Stadt für Theater, wofür auch die gute Auslastungsquote spricht. Wie schon zum ersten Mal unter ihrer Leitung vor drei Jahren wird nun auch in der vierten Spielzeit die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung gesucht. Aktuelle Debatten um Identität, Ideologien und Digitalisierung machen es immer deutlicher: Der  Aufbruch in ein neues Zeitalter steht bevor.

Willkommen im wilden Wohnzimmer!

von Michelle Mück (10. Dezember 2017)

 

© Jürgen Schabel

 

Das Show-Spektakel Villa Wild ging am Dienstag, den 5.12.2017 in die sechste Runde, diesmal im E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg zum Thema »Von den Wellen«.

Villa Wild ist eine vielseitige Show, gespickt mit einigen Interviews, die sich am Dienstag alle um das Thema »Wellen« drehten: Von den Wasserwellen zu den akustischen Wellen bis zu gesellschaftlichen Wellen war alles dabei. Der Abend wurde moderiert von Martin Beyer und Nora-Eugenie Gomringer, die beide eine gemütliche und humorvolle Stimmung erzeugten. Zu Gast war die junge Autorin und Filmemacherin Marcella Melien, der Soziologe Christian Helge und das Allroundtalent Thomas Kapielski.

Am Tisch mit Kathrin Röggla 

von Manuel Paß und Philipp Schlüter (06. Oktober 2017)

 

© Manuel Paß

Kathrin Röggla ist keine Autorin, der man ein Verweilen im literarischen Elfenbeinturm vorwerfen könnte. Mit großer Präzision legt sie den Zeigefinger auf die Brüche und Unebenheiten westlicher Gesellschaften, anstatt ihn moralisierend zu erheben, und geht dabei zugleich ästhetisch neue Wege. Für ihr sprach- und medienkritisches literarisches Schaffen wurde Röggla vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Anton-Wildgans-Preis und dem Arthur-Schnitzler-Preis. 2016 erschien ihr neuer Erzählungsband Nachtsendung. Unheimliche Geschichten, im Oktober 2017 wird ihr Text Normalverdiener als Drama am E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg uraufgeführt. Im Rahmen ihrer diesjährigen Poetikprofessur in Bamberg trafen wir Kathrin Röggla zum Interview – ein Gespräch über das Unheimliche,  den Erkenntniswert von Komik und den Begriff des Handelns in einer komplexen Welt.

 

Rezensöhnchen: Frau Röggla, Sie beschäftigen sich regelmäßig mit gesellschaftlich relevanten Themen, ihr Werk macht durchaus den Eindruck einer literature engagée. Zugleich kommen in ihren Werken aber fast ausschließlich Figuren vor, denen die Möglichkeit zu handeln verloren gegangen zu sein scheint.
Wollen Sie mit ihrer Literatur etwas anstoßen – ein Handeln? Ist ein solches Handeln des Subjekts überhaupt noch möglich? Glauben Sie, dass Literatur an den bestehenden Verhältnissen etwas ändern kann?

Kathrin Röggla: Ja, das ist sicher widersprüchlich. Mir fällt eigentlich immer zuerst auf, wo Handlung gerade nicht möglich ist, sie aber vermeintlich behauptet wird. Ich möchte erst einmal herausstellen: Das Handeln ist hier begrenzt oder funktioniert hier nicht. Letztendlich kann es aber nur darum gehen, Handeln wieder herzustellen: Das ist sozusagen der zweite Schritt. Um ins Handeln zu kommen, muss man erst verstehen, was das eigentlich bedeutet und was es nicht bedeuten kann. Was dem womöglich im Weg steht oder wodurch es begrenzt wird.