Shakespeares Erbe

von Michelle Mück (30. April 2019)

© ETA Hoffmann Theater

Das Festspiel Lyrik & Lied, das vom 26. – 28. April von der Friedrich-Baur-Stiftung in Kooperation mit der Bayrischen Akademie der Schönen Künste organisiert wurde, fand am Sonntag, den 28. April mit Shakespeare in Wort und Ton einen krönenden Abschluss im Bamberger ETA Hoffmann Theater.  

Wahre Stars kamen dafür ins E.T.A-Hoffmann Theater: Anne Sofie von Otter bezauberte das Publikum mit ihrem Gesang, dazu gab es Pianobegleitung von Bengt Forsberg, einem der renommiertesten Pianisten Schwedens, und Tobias Moretti nahm die Rolle des Sprechers ein.

„Glück Auf“, Fahrräder und ein Bild von Hitler

von Friederike Klett (14. April 2019)

© Wolfgang Vichtl

Im Bamberger ETA Hoffmann Theater fand am Samstag, dem 06. April, ein besonderes Gespräch statt. Die Gerichtskorrespondentin der Süddeutschen Zeitung, Annette Ramelsberger, sprach mit Remsi Al Khalisi nicht nur über den NSU-Prozess, rund um die von der Terrorzelle verübten Morde, die zwischen 1998 und 2011 stattgefunden haben, sondern speziell über den ungewöhnlichen Fakt, dass die Journalistin den fünfjährigen Prozess komplett protokolliert hat. 

Zu Beginn des historischen Gerichtsverfahrens wurde ein Antrag auf Aufzeichnung wegen seiner extremen gesellschaftlichen und juristischen Bedeutung gestellt, der bereits am 4. Tag abgelehnt wurde. Annette Ramelsberger schrieb über das Verfahren für das Süddeutsche Zeitung Magazin und nahm es als ihre Pflicht alles mitzuschreiben. Diese Protokolle sind jährlich, neben den Artikeln in der SZ im SZ Magazin erschienen, immer über das gerade vergangene Jahr, und jetzt auch in vier Bänden im Kunstmann Verlag. 

Der Pulsschlag der Literatur

von Florian Grobbel (4. April 2019)

 

Als wir vom Fuße des Hügels den Weg hinauf schlendern, erblicken wir schon von weitem die gläserne Halle des Leipziger Messegeländes. Ein unaufhörlicher Strom von Menschen, die Minuten zuvor noch dicht gedrängt in der S-Bahn standen, bewegt sich unaufhörlich auf die Eingänge zu und  alle scheinen verblüfft zu sein von dem sommerlich warmen Wetter an diesem Samstag im März – dem Tag der Leipziger Buchmesse.

Auch wir können es nicht länger erwarten und betreten durch die Edelstahlkreuze das Herzstück der Messe. Das Ausmaß der riesigen Glashalle beeindruckt uns so sehr, dass wir spontan stehen bleiben und die Größe auf uns wirken lassen. Kurz darauf werden wir von einem Sicherheitsmann freundlich darauf hingewiesen, doch bitter weiterzugehen und den Eingangsbereich für die Anderen frei zu halten. Wir gehen weiter und unser Blick schweift immer wieder zu der beindruckenden Glasdecke, durch die das warme Sonnenlicht herein scheint. Doch jetzt heißt es erst einmal: Orientieren. Wohin gehen wir als erstes? Wo stehen unsere Lieblingsbücher? An welcher Stelle stehen wir niemandem im Weg? Glücklicherweise ist das Messegelände trotz Menschenmassen sehr übersichtlich strukturiert. Wie durch einzelne Blutbahnen gelangt man über Gänge zur rechten und linken Seite des Glasbaus in die fünf großen Hallen. In den Schleusen herrscht ständig Bewegung. Ununterbrochen strömen die Bücherhungrigen hinein und hinaus, angeleitet vom entspannten Sicherheitspersonal. 

Das Rezensöhnchen auf der 70. Frankfurter Buchmesse

von Kimberley Wegner (2. November 2018)


Die 70. Frankfurter Buchmesse, das große Fest des Buches und des Lesens, ein Ort für Inhalte, brandaktuelle Themen, Geschichten, Ideen und Debatten ist nach 5 Tagen zu Ende gegangen. Auch das Rezensöhnchen war dabei und stürzte sich in die Massen, auf der Suche nach den besten Büchern und Events.

Dabei steht eins fest: über jeden Besuch könnte man einen Roman schreiben, denn die Konzentration an Autoren, Büchern, kulinarischen Highlights und Veranstaltungen ist einzigartig und atemraubend. Neben allen namenhaften und weniger bekannten Verlagen, war auch jede Menge Prominenz, wie der Koch Mario Kotaska oder der Politiker Robert Habeck und natürlich bekannte AutorInnen anwesend, die aus ihren Büchern vorlasen. Highlights waren dabei Cecelia Ahern, Julia Shaw, Nino Haratischwili und besonders die Preisträgerin des Deutschen Buchpreises Inger-Maria Mahlke, die von ihren Erfahrungen der ersten Tage nach der Verleihung im nagelneuen Pavillon sprach und anschließend aus ihrem Buch „Archipel“ gelesen hat. Neben all diesen Muggeln waren auch jede Menge Hogwartsbewohner auf der Messe anwesend, denn aufgrund des zwanzigjährigen Jubiläums von Harry Potter startete der Carlsen Verlag einen Weltrekordversuch: 1.000 Personen im Harry Potter-Kostüm sollten auf der FBM versammelt werden. Leider fehlten knapp 100 Harrys zum Weltrekord, doch wie sagte schon Remus Lupin: „Es ist der Wert der Überzeugungen, der den Erfolg ausmacht. Nicht die Anzahl der Anhänger.“  

So gehen wir mit vielen tollen Eindrücken, Erlebnissen, den einen oder anderen neuen Jutebeutel und selbstverständlich mit vielen Bücherwünschen für unsere nächste Ausgabe glücklich nach Hause und freuen uns auf die nächste Frankfurter Buchmesse!

Im Gespräch mit Markus Orths

Das Interview führten Svenja Zeitler, Verena Heber, Franziska Schleicher und Theresa Ehrl.

 

© Olaf Kutzmutz 

 

Die Bamberger Poetikprofessur geht in die 31. Runde: Im Sommersemester 2018 gibt sich der vielfach preisgekrönte Schriftsteller Markus Orths die Ehre im Rahmen der Professur vier abendliche Vorträge zu halten. Orths Werke lassen sich auf keinen Fall einfach unter einem Begriff zusammenfassen, so weit ist das Schaffensspektrum des Autors von Romanen wie Lehrerzimmer, Alpha und Omega und Max, der gerne die Grenzen zwischen Realität und Fiktion ebenso wie zwischen Wahnsinn und Normalität verschwimmen lässt. Auch mit seinen Kinderbüchern wie Das Zebra unterm Bett oder Billy Backe aus Walle-wacke bricht er mit viel Witz und Fantasie aus dem Alltäglichen aus. Im Vorfeld der diesjährigen Vortragsreihe haben wir uns mit Markus Orths getroffen und sind schon mal einige unserer Fragen losgeworden.